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Grillen auf dem Balkon – Was ist erlaubt, was nicht?

Ist das Grillen auf dem Balkon nun eigentlich erlaubt oder verboten? Klare Gesetze gibt es nicht, um diese Frage zu beantworten. Eigentlich ist es zwar erlaubt, andererseits gibt es immer wieder Anwälte, die sich mit den Streitigkeiten über die Gerüche vom Nachbarn auseinandersetzen müssen. Dabei sollte einfach darauf geachtet werden, das die Dämpfe nicht in die Wohnung der Nachbarn ziehen kann.

Gerichtsurteile zum Thema Grillen auf dem Balkon:

Da es über das Grillen auf dem Balkon keine klaren Gesetze gibt, findet man in den verschiedenen Teilen Deutschlands auch verschiedene Urteile.

Düsseldorf:

Kommt es zu Beschwerden durch die Nachbarn, kann der Grillfreudige sogar mit einer Bußgeldstrafe belegt werden. Dies hat das Oberlandesgericht in Düsseldorf bestätigt.

Bonn:

Die Richter in Bonn sahen dies jedoch wiederum ganz anders. Dort wurde festgelegt, dass Besitzer eines Balkons, oder einer Terrasse einmal im Monat dem Grillen nachgehen dürfen. Allerdings sollten diese, ihre Nachbarn immerhin 48 Stunden vorher darüber in Kenntnis setzen.

Stuttgart:

Das Landgericht in Stuttgart wiederum gibt Mietern und Besitzern die Chance das Grillen auf dem Balkon entweder über 6 Stunden (im Jahr) auszudehnen, oder aber die Chance auf drei mal im Jahr dem Grillen auf dem Balkon zu frönen.

Essen:

Das dortige Amtsgericht legte fest, dass es zulässig ist eine Klausel in den Mietvertrag aufzunehmen, welche besagt, dass dem Mieter das Grillen verboten ist, egal ob es sich dabei um einen Elektrogrill, oder Holzkohlegrill handelt.

Zweibrüggen:

Hier kann die Versammlung der Eigentümer entscheiden, ob das Grillen erlaubt wird, oder aber nicht (Gilt im Rahmen einer Wohnungseigentümergemeinschaft, nicht für Miethäuser)

München:

Hier hat sich das Landgericht für das Grillen auf dem Balkon  ausgesprochen, denn es sei in den Sommermonaten einfach üblich zu grillen, daher müssten Nachbarn dies dulden.

Oldenburg:

Der Geruch des Grillfleisches ist nicht der Grund für die Beschwerden, sondern häufig der Qualm, welcher durch die Holzkohle entsteht. Daher sagte das Oberlandesgericht dort, das dieser nicht regelmäßig in die Räumlichkeiten des Nachbarn gelangen darf.

Fazit:

Wer sich also einen Elektrogrill zulegt und das Grillen auf dem Balkon nicht übertreibt, sollte auch mit den Nachbarn keine Probleme bekommen. Viele Anwälte und Richter raten sogar dazu dem Nachbarn entweder Bescheid zu geben.


Die zuvor angesprochenen Gerichtsbeschlüsse sind jedoch nicht immer individuell anwendbar, es kommt auf das einzelne Objekt an, wie viele Parteien dort leben, wie nah sich die Räumlichkeiten des Nachbarn zur Grillstelle befinden und andere Komponenten. Im Allgemeinen wird jedoch auf die Toleranz und das gegenseitige Verständnis zwischen Nachbarn gehofft.

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