Mietminderung bei Wasserschaden

Oft treten in gemieteten Wohnungen Mängel auf die Gründe für eine Mietminderung darstellen. Der Mieter ist zur Minderung der Miete berechtigt, da der Vermieter dafür sorgen muss, dass sie Wohnung im ordnungsgemäßen Zustand bewohnt werden kann.

Auch wenn den Vermieter keine Schuld an dem Mangel trifft, muss er eine Minderung der Miete bis zu dessen Behebung hinnehmen. Wasserschäden sind für Mieter oft mit besonderen Unannehmlichkeiten verbunden, je nach Ausmaß ist einer Mietminderung bei einem Wasserschaden in unterschiedlicher Höhe zulässig.

Mietminderung bei Wasserschaden – Was ist erlaubt?

Einen pauschalen Minderungsbetrag bei Wasserschäden gibt es nicht. Die Höhe der Minderung ist immer von der Wohnwertbeeinträchtigung abhängig und somit eine Einzelfallentscheidung.

Folgende Beispiele sollen eine Orientierung zur Mietminderung bei Wasserschäden ermöglichen:

  • Bei einer Durchfeuchtung einer Zimmerdecke liegt der gerichtlich zugesprochene Minderungssatz bei 8 Prozent. Bei 535 Euro Warmmiete wären das jeden Monat 42,80 Euro weniger.
  • Eine klassische Situation: Wasser tropft durch die Decke in die eigene Wohnung. Gerichte entschieden, dass dies eine Minderung von bis zu 30 Prozent rechtfertigt. Bei einer monatlichen Gesamtmiete von 535 Euro würde dies einen Minderungsbetrag von 160,50 Euro bedeuten.
  • Wenn die gesamte Wohnung überschwemmt wurde, alle organischen Stoffe aufquellen und bestialischer Gestank herrscht, scheint per Gericht eine Minderung von 80 Prozent als angemessen. Bei unserem Beispiel von 535 Euro Monatsmiete würde das eine Summe von 428 Euro ausmachen.
  • Ist ein Wasserschaden so schlimm, dass eine Wohnung wegen durchfeuchteter Decken und Wände gar nicht mehr bewohnbar ist, kann die Miete um 100 Prozent gemindert werden.

Worauf Sie bei der Mietminderung bei einem Wasserschaden achten müssen

Um die Miete zu mindern, muss der Mieter dem Vermieter den Mangel in schriftlicher Form melden und die Höhe der Minderung mitteilen. Eine Frist zur Behebung des Mangels ist nach dem BGB nicht erforderlich. Gemindert wird ab dem Zeitpunkt zu dem der Schaden entsteht und so lange bis der Mangel beseitig wurde. Einen Mietminderungs-Musterbrief finden Sie hier.

Gerade bei einem Wasserschaden ist eine schnelle Behebung wichtig, um Schimmelbildung zu vermeiden (mehr dazu unter Mietminderung bei Schimmel).

Wurde der Mangel jedoch selbst verursacht, beispielsweise bei einem Wasserschaden durch ein defektes Aquarium, muss der Mieter den Schaden natürlich selbst beheben bzw. die Beseitigung bezahlen und kann keine Minderung geltend machen.

Zum Thema Mietminderung finden Sie hier einen ausführlichen Leitartikel, der die Gründe, Grundlagen und die Vorgehensweise bei einer Mietminderung behandelt.



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