Mieterhöhungsschreiben

Jeder Vermieter ist dazu berechtigt, im Laufe eines bestehenden Mietverhältnisses die Miete für freifinanzierte Wohnungen zu erhöhen.

Auch wenn dem Vermieter dieses Recht eingeräumt wird, so muss er dieses Anliegen in Textform seinen Mietern durch ein Mieterhöhungsschreiben mitteilen und den Wunsch einer Mieterhöhung begründen. Zusätzlich muss sich der Vermieter bei einer Mieterhöhung an die gesetzlichen Vorschriften halten, welche im § 558 BGB genannt sind.

Sowohl bei der Höhe der Mieterhöhung und auch beim Inhalt des Mieterhöhungsschreibens muss der Vermieter auf bestimmte Dinge besonders achten, damit der Wunsch der Mieterhöhung auch rechtsgültig ist. (Hier finden Sie ein Mieterhöhung Musterschreiben)

Wichtige Inhaltspunkte für ein Mieterhöhungsschreiben

  • Bei einer Mieterhöhung auf die ortsübliche Vergleichsmiete gem. § 558 BGB ist zu beachten, dass zwischen zwei Mieterhöhungen eine Wartefrist von mindestens 15 Monaten eingehalten werden muss, in der die Miete nicht erhöht werden darf.
  • Das Erhöhungsschreiben darf frühestens 12 Monate nach in Krafttreten der letzten Mieterhöhung geltend gemacht werden.
  • Des weiteren darf die Miete sich innerhalb der vergangenen drei Jahre insgesamt um nicht mehr als 20% erhöht haben. Hierbei ist es nicht ausschlaggebend, ob durch die Mieterhöhung die ortsübliche Vergleichsmiete erreicht wird, oder nicht.
  • Diese sogenannte Kappungsgrenze (bei 20% in drei Jahren) verhindert hier, dass Vermieter von überdurchschnittlich günstigen Wohnungen, diese schlagartig auf die ortsübliche Vergleichsmiete anheben können, welches für den Mieter als besondere Härte anzusehen ist.
  • Ausgeschlossen dieser Regel sind Mieterhöhungen gemäß den § 559 und 560, welche eine Mieterhöhung bei Modernisierung und eine Veränderung der Nebenkosten beinhalten.
  • Inhalt des Mieterhöhungsschreibens muss auch die genaue und für den Mieter nachvollziehbare Begründung für die Mieterhöhung sein (der Vermieter kann sich z.B. auf den Mietspiegel beziehen oder 3 Vergleichswohnungen anführen). Zuzüglich muss die Neue sowie der Alte Miethöhe angegeben werden. Alternativ hierzu kann der Vermieter auch die Differenz zwischen den beiden Mieten angeben.
  • Das Erhöhungsschreiben muss vom Vermieter selbst kommen. Ein Mieterhöhungsschreiben vom Hausverwalter oder einem anderen Bevollmächtigten hat nur dann Gültigkeit, wenn eine entsprechende Vollmacht beigefügt ist.

Welche Fristen gelten bei einem Mieterhöhung?

Ein Mieterhöhungsschreiben sollte spätestens mit Ablauf des vorletzten Monats vor Inkrafttreten der geplanten Mieterhöhung in Textform beim Mieter vorliegen. Dieser hat nach Erhalt der Ankündigung bis zum Ablauf des zweiten Monats nach Zugang der Erhöhung Zeit der Erhöhung zuzustimmen oder bei Vorliegen eines Härtefalls, diese abzulehnen. In einem solchen Fall besteht für den Mieter gem. § 561 BGB ein Sonderkündigungsrecht.

Die Zustimmung zur Mieterhöhung vom Mieter sollte nach Möglichkeit ebenfalls schriftlich erfolgen, jedoch wird auch eine stillschweigende Anerkennung nach einem zweimaligen Zahlen der neuen Miete akzeptiert.

(Anmerkung: Für Aktualität, Richtigkeit oder Vollständigkeit übernehmen wir keine Garantie oder Haftung)



Artikel bewerten: 1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars 25 Bewertungen mit 4.40 von 5 Sternen.
Loading...Loading...
Was gelernt? Empfehlen Sie uns weiter:

Hier Anwalt zu Ihrem Problem befragen