Grundsteuer berechnen (mit Beispiel)

Die Grundsteuer wird vom Finanzamt auf das Eigentum an Grundstücken und deren Bebauung erhoben. Die Einnahmen fließen der Gemeinde zu, in der sich das Grundstück befindet. Unterschieden wird zwischen der Grundsteuer A, die auf landwirtschaftlich genutzte Grundstücke erhoben wird, und der Grundsteuer B, die auf bebaute Grundstücke oder bebaubare Grundstücke erhoben wird. Die Höhe der Grundsteuer wird mit Hilfe der Grundsteuermesszahl , des Einheitswertes und des Hebesatzes berechnet. Wie man alle Faktoren korrekt zusammenfügt erklären wir in diesem Artikel (siehe Beispielrechnung).

Die einzelnen Berechnungsposten erklären sich wie folgt:

  • Die Grundsteuermesszahl ist im Grundsteuergesetz festgelegt. Bei Mehrparteienhäusern liegt sie bei 3,5 Promille, bei Zweifamilienhäusern bei 3,1 Promille. Bei Einfamilienhäusern kann sie abhängig von der Höhe des Einheitswertes zwischen 3,5 Promille und 2,6 Promille liegen.
  • Den Einheitswert eines Grundstückes, bzw. der Hauses, legt das Finanzamt individuell fest. In die Bewertung fließen das Baujahr und die Bauart ein, die Anzahl der Quadratmeter der Wohn- und Nutzfläche, sowie die Ausstattung und die Finanzierung (privat oder öffentliche Fördermittel).
  • Den Hebesatz legt jede Gemeinde individuell fest. In Großstädten liegt er generell höher als in ländlichen Gebieten. Ein zu hoher Hebesatz kann dazu führen, dass Menschen aus der Gemeinde wegziehen; mit einem niedrigen Hebesatz können neue Einwohner angelockt werden.

Beispiel für die Berechnung der Grundsteuer

Für die Berechnung der Grundsteuer wird zunächst der Grundsteuermessbetrag berechnet. Bei einem Einheitswert von 10.000 Euro für eine Mietwohnung in einem Mehrfamilienhaus ergibt der Messbetrag von 3,5 Promille also 35 Euro. Dies wird nun mit dem örtlichen Hebesatz multipliziert. In Köln beispielsweise liegt der Hebesatz bei 500%, d.h.

Grundsteuermessbetrag = Einheitswert x Grundsteuermesszahl

  • 10.000 Euro x 3,5 Promille = 35,00 Euro

Grundsteuermesszahl x örtlichen Hebesatz = jährliche Grundsteuer

  • 35 Euro x 500% (Köln) = 175 Euro.

Auf den Monat gerecht sind das 14,58 Euro Grundsteuer für die Eigentumswohnung.

Weiterführende Informationen und eine Beispielrechnung zur Grundsteuer finden Sie auf: www.Grundsteuerberechnen.de.

Die Grundsteuer kann man über die Nebenkosten umlegen

Nebenkosten: Die Grundsteuer gehört zu den Mietnebenkosten und ist auf den Mieter der Beispielwohnung umlegbar. Das heißt, pro Monat kann der Vermieter die errechneten 14,58 Euro als Teil der Nebenkostenvorauszahlung vom Mieter verlangen.

Aber Achtung bei der Nebenkostenabrechnung für eine Eigentumswohnung. In der Hausgeldabrechnung die der Eigentümers erhält, ist die Grundsteuer noch nicht enthalten. Jeder Vermieter einer Eigentumswohnung muss die Grundsteuer für seine Wohnung selbst zur Nebenkostenabrechnung hinzufügen.

Mehr dazu haben wir hier zusammengestellt: Grundsteuer auf Mieter umlegen.



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