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Verteilerschlüssel für Heizkosten

Vermieter sind laut Mietrecht dazu verpflichtet, Ihnen eine ordentliche schriftliche Heizkostenabrechnung zuzustellen. Dabei muss sich der Vermieter an die verbindlichen Regelungen der Heizkostenverordnung halten, in der die Berechnung der Kosten nach der verbrauchsabhängigen und verbrauchsunabhängigen Verteilung vorgeschrieben ist. Die Abrechnung muss so übersichtlich darstellt sein, dass der Mieter die Heizkostenabrechnung prüfen kann.

Nach welchem Schlüssel werden die Heizkosten abgerechnet?

Die Heizkosten in einem Mehrparteienhaus sind natürlich möglichst gerecht unter den einzelnen Bewohnern aufzuteilen. Deswegen werden sie zum einen nach einem festgelegten Maßstab, zum anderen nach dem individuellen Verbrauch umgelegt, d.h. in einen Grundkostenanteil und einen Verbrauchskostenanteil aufgeteilt.

Als fester Maßstab beim Grundkostenanteil gilt fast immer die Wohnfläche der einzelnen Wohnungen im Verhältnis zum Gesamtgebäude. Der Grundkostenanteil muss laut Heizkostenverordnung dabei mindestens 30% und höchstens 50% beantragen. Damit werden die Kosten abgedeckt, die eine Heizungsanlage schon allein durch ihren Betrieb verursacht.


Daraus ergibt sich für den Verbrauchskostenanteil eine vorgeschriebene Verteilung von mindestens 50% und höchstens 70%. Die Verteilung bleibt dem Vermieter überlassen, es sei denn, das Gebäude entspricht nicht den Anforderungen der Wärmeschutzverordnung, dann ist er zu einer Abrechnung nach 30% Grundkosten und 70% Verbrauchskosten verpflichtet.

Kann der Vermieter davon abweichen?

Der Vermieter ist zur exakten Abrechnung der Heizkosten verpflichtet. Die Festlegung einer Warmmiete oder die Nennung einer Heizkostenpauschale im Mietvertrag sind nicht zulässig (Ausnahme Zweifamilienhaus, in dem eine Wohnung vom Vermieter bewohnt wird).

Den Verteilschlüssel kann er jedoch in oben genannten Spannen nach eigenem Ermessen festlegen, wobei die Heizkostenverordnung eine Anhebung des Verbrauchskostenanteils nach Vereinbarung der Parteien auf bis zu 100% zulässt, der Grundkostenanteil allerdings nie über 50% betragen darf.

Zwar kann der Vermieter den einmal festgelegten Abrechnungsmaßstab unter Umständen ändern, aber nur, wenn dafür sachgerechte Gründe vorliegen. Dabei ist eine Änderung aber rückwirkend nicht möglich und kann sich nur auf noch nicht begonnene Abrechnungsperioden beziehen.

Der Mieter muss den Verteilschlüssel meist akzeptieren, es sei denn, im Gebäude befinden sich zum Beispiel gewerbliche Einrichtungen wie ein Solarium oder ein Kino, welche durch hohe Verbrauchskosten die Wohnungsmieter benachteiligen könnte.

Fazit

In der Regel werden 30% der Heizkosten nach Wohnfläche und 70% der Heizkosten nach dem individuellen Verbrauch einer jeden Mietpartei abgerechnet.

197 Antworten auf "Verteilerschlüssel für Heizkosten"

  • Antje
    8. Dezember 2011 - 10:58 Antworten

    Hallo,
    ich habe eine Frage zu dem Abrechnungsschlüssel.
    Wir haben gerade eine Abrechnung bekommen und zum wiederholten Male werden die Heizkosten nach einem Schätzwert berechnet, obwohl wir Lesegeräte an den Heizkörper haben. Die gesamte Heizkosten Haus sind zum Vorjahr um 30% gestiegen, wodurch uns natürlich eine happige Nachzahlung blüht. Ok. Uns wundert, dass die kompletten Heizkosten Einheiten auf die Quadratmeter Wohnfläche umgelegt werden.
    Gesamt Heizkosten Haus (gerundet) 40.000 Euro.
    Die werden dann aufgeteilt auf 50% Grundkostenheizung 20.000 Euro.
    und 50% Verbrauchskosten Heizung 20.000 Euro.
    Der eine Anteil Grundkosten wird auf alle qm Wohnfläche Haus umgerechnet x unsere qm= unser Anteil.
    Die anderen 20.000 Verbrauchskosten werden auf die Haus HKV-Einheiten (Heizkostenverteiler-Einheiten) umgerechnet, also (20.000 Euro / 183.000 HKV-Einheiten) = 0,11 Euro x (Gesamt HKV Haus 183.000 / unsere qm) = 6.660 HKV Einheiten.
    Ist das korrekt dass die kompletten Kosten quasi auf auf die jeweiligen qm der einzelnen Wohnungen umgelegt werden? Und können wir aufgrund der Schätzung allein schon Einspruch einlegen? Wir heizen sehr wenig und es gibt viele Familien im Haus. Ich halte die 1/1 Umlage auf qm nicht für korrekt. Außerdem ist ja nicht ersichtlich ob die qm Wohnfläche Haus auch tatsächlich alle belegt waren. Meines Wissen dürfen leer stehende Wohnungen ja nicht umgelegt werden oder?
    Entschuldigen Sie die Masse an Informationen. Ich hoffe, Sie können uns helfen.
    Vielen Dank im Voraus
    Antje

    • Dennis Hundt
      8. Dezember 2011 - 11:19 Antworten

      Hallo Antje,

      danke für Ihren ausführlichen Kommentar. Die Heizkosten müssen nach den Bestimmungen der Heizkostenverordnung umgelegt werden. Das heißt, 50 bis 70% nach Verbrauch. Grundsätzlich ist die 50 / 50 Aufteilung bei Ihnen also in Ordnung.

      Die von Ihnen beschriebenen 183.000 HKV-Einheiten ist ja eigentlich die Summe aller abgelesenen Einheiten an den Heizkörpern des gesamten Hauses. Offensichtlich wurde aber nicht abgelesen. Er