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Mietnomaden – Schützen Sie sich vor Mietnomaden!

Laut Statistik des BKA ist die Zahl des Mietbetrugs im Jahr 2010 um rund 9 Prozent auf 10.610 gemeldete Fälle von Einmietbetrug gesunken. Auch wenn die Zahl gesunken ist, so sind die Schäden, welche durch Mietnomaden entstehen enorm und Vermieter sind auf der Suche nach einem effektiven Schutz vor Mietnomaden und versuchen sich schon im Vorfeld gegen den möglichen Einmietbetrug so gut abzusichern wie möglich.

Schutz vor Mietnomaden können beispielsweise die Selbstauskunft vom Mieter oder auch eine Mietschuldfreiheitsbescheinigung vom ehemaligen Vermieter bieten, aber auch immer mehr Versicherungen bieten zusätzlichen finanziellen Schutz durch eine entsprechende Mietnomadenversicherung an.

Wie kann sich ein Vermieter vor Mietnomaden schützen?

Einen 100 Prozentigen Schutz vor Mietnomaden gibt es nicht, jedoch kann jeder Vermieter das Risiko senken, indem er sich bestmöglich über den potentiellen neuen Mieter informiert und entsprechende Auskünfte erbittet.

Dem Vermieter stehen hier mehrere Möglichkeiten zur Verfügung, zu denen beispielsweise folgende gehören:

  • Gehaltsnachweise des neuen Mieters zeigen lassen, um die Höhe der Einkünfte einzusehen. Mietnomaden machen häufig falsche Angaben zum monatlichen Einkommen.
  • Eine vom ehemaligen Vermieter ausgestellte Mietschuldenfreiheitsbescheinigung vozeigen lassen. Hierbei gilt es jedoch zu bedenken, dass Mieter kein Anrecht auf das Ausstellen einer Mietschuldenfreiheitsbescheinigung haben und der ehemalige Vermieter diese verweigern darf. Wird sie jedoch ausgestellt, so muss sie der korrekt sein. Dies bedeutet, dass auch Zahlungsrückstände, welche beispielsweise durch eine aufgrund des Widerspruchs noch nicht gezahlte Betriebskostenabrechnungen aufgetreten sind, innerhalb der Mietschuldenfreiheitsbescheinigung aufgeführt sein müssen. Alternativ bringen viele Mieter auch von sich aus die Überweisungsbelege der gezahlten Miete mit.
  • Als Alternative oder zusätzlich zur Mietschuldenfreiheitsbescheinigung kann auch das Erfragen des Namens und der Adresse vom derzeitigen Vermieter angesehen werden, bei dem sich der neuer Vermieter persönlich oder telefonisch über den zukünftigen Mieter informieren kann.
  • Eine Selbstauskunft des Mieters über die Anzahl der Familienmitglieder, des Arbeitgebers inklusive des Einkommens und der eventuell vorhandenen Schulden, Insolvenzverfahren oder eidesstattlichen Versicherungen.
  • Eine aktuelle Auskunft der SCHUFA über den Mieter verlangen.

Hier gilt es jedoch auch zu berücksichtigen, dass ein Mieter diese Auskünfte verweigern kann, oder in der SCHUFA geführt wird, ohne, dass es sich hierbei um einen Mietnomaden handelt.


Auf jeden Fall sollte der Vermieter sich den Ausweis des neuen Mieters zeigen lassen und sich den Namen sowie die aktuelle Anschrift notieren. Ist der Mieter während der Gültigkeitsdauer des Ausweises umgezogen, so befindet sich auf dem Adressfeld ein behördlicher Aufkleber, auf dem unter anderem auch ein Datum vorzufinden ist. So ist es beispielsweise auch möglich zu sehen, wie lange der Mieter in der bisherigen Wohnung lebte.

Auch das Erfragen einer Festnetznummer, unter der der Mieter derzeit noch an seinem Wohnort erreichbar ist, kann als Schutz vor Mietnomaden genutzt werden, da diese in der Regel nicht über einen Festnetzanschluss verfügen.

Schutz vor Mietnomaden durch eine Mietnomadenversicherung?

Da auch die beste Vorsicht keinen 100 prozentigen Schutz vor Mietnomaden bietet, bieten eine Reihe von Versicherungen, eine sogenannte Mietnomadenversicherung an. Eine solche Versicherung leistet für eine Großteil der Schäden, die durch einen Mietnomaden entstehen.

Fazit zum Schutz gegen unerwünschten Mietnomaden

Wichtiger als eine Versicherung ist in meinen Augen das Handeln nach gesunden Menschenverstand. Wer die oben aufgeführten Punkte beherzigt, wird mit großer Wahrscheinlichkeit gute Mieter für sein Haus oder seine vermietet Eigentumswohnung finden.

4 Antworten auf "Mietnomaden – Schützen Sie sich vor Mietnomaden!"

  • Einmietbetrug durch Mietnomaden | So können Vermieter handeln
    14. August 2011 - 09:29 Antworten

    […] Der beste Schutz gegen Mietnomaden ist die Vorbeugung. Im Zusammenhang mit der Vermietung sollte sich der Vermieter zum Schutz vor Mietnomaden bestmöglich über die Mieter informieren. Hier finden Sie einen Punkte-Plan für die Mieterauswahl zum Schutz gegen Mietnomaden. […]

  • Herr Unbekannt
    3. September 2011 - 19:45 Antworten

    Ja, einige dieser Sorte hält man sich wahrscheinlich vom Leib… Leider entstehen, nur über bestimmte Daten geprüft, auch völlig absurde, fiktive, interpretierte! Annahmen über das Gegenüber, die absolut nichts mit der Realität zu tun haben (müssen) und sie vertreiben so ebenfalls sehr loyale, ehrliche und zuverlässige Mieter NUR WEGEN VORURTEILEN! Da die unterstellten Gründe für bestimmte Umstände (Schufa, Umzüge, kurze Wohndauer etc.) nur der Fantasie entspringen und perse ein negatives Urteil gefällt wird….!!?! Wirklich absurd!
    Überhaupt ist diese Entmündigung mehr als dreist!! Die Entscheidung, ob man sich eine Wohnung leisten kann oder nicht sollte wohl immer noch derjenige treffen, der sie bezahlt! (Und nochmal:ein Unding, dass Dritte darüber entscheiden und das nur anhand von irgendwelchen Daten, die vermeintlich Aufschluss über eine zuverlässige Zahlung und ein gutes Mietverhältnis geben sollen….Wenn sie mal genau darüber nachdenken, können darin soviel ungerechtfertigte Vorurteile stecken, dass man vollkommen zu Unrecht Schwierigkeiten hat, eine Wohnung zu bekommen! Vielleicht läßt man mal Mündigkeit und Verantwortung besser beim Gegenüber! Entwürdigend sowas!)

  • Dennis Hundt
    5. September 2011 - 12:50 Antworten

    Hallo Herr Unbekannt,

    danke für das Feedback. Sie haben in vielen Punkten natürlich Recht. Der aufwendige Auswahlprozess ist für viele Mieter sicherlich lästig und es gibt sicher auch genügend Fälle von „guten Mietern“, die diesen Prozess aufgrund von nicht optimal wirkenden „Daten“ nicht bestehen. Ich denke diese Entwicklung wird sich unter den Vermietern aber immer weiter durchsetzen – zu groß ist die Angst vor Mietnomaden, Mietschulden und verwüsteten Wohnungen. Zumindest in Gegenden mit Wohnungsmangel, wird man als Mieter an der aufwendigen Auswahlprozedur der Vermieter auch nichts ändern können.

    Viele Grüße

    Dennis Hundt

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