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Mietminderung wegen Lärmbelästigung

Der Nachbar über Ihnen kommt von der Spätschicht und bringt noch einige seiner Arbeitskollegen mit. Es werden ein paar Bierchen getrunken, laut Musik gehört und schallend gelacht. Und das passiert leider nicht zum ersten Mal. Permanenter Lärm kann das Leben schwer machen, vor allem, wenn man in den eigenen vier Wänden davor nicht verschont bleibt. Kein Wunder also, das Lärmbelästigung einen der Hauptgründe für eine Minderung der Miete darstellt.

Was kann man gegen Lärmbelästigung tun? Ist eine Mietminderung möglich?

Jeder Mensch hat eine unterschiedliche Toleranzschwelle, was Lärm angeht. Was für die Einen noch als Hintergrundmusik durchgeht, verursacht bei Anderen schon Kopfschmerzen. Ein schwieriges Thema, bei dem es immer wieder zu Streit zwischen Nachbarn kommt. Ortsübliche und unvermeidbare Lärmbelästigungen müssen hingenommen werden, z. B. das nächtliche Duschen oder das Hupen auf der Straße. Beeinträchtigt die Lärmbelästigung jedoch die Gesundheit, kann sich ein Mieter dagegen wehren.


Am Besten ist es natürlich, erst einmal das Gespräch zwischen Nachbarn zu suchen. Vielleicht ist es dem Lärmenden gar nicht bewusst und er nimmt von sich aus Rücksicht. Reagiert er jedoch abwehrend, ist der Vermieter der richtige Ansprechpartner. Er muss klären, ob sich der Mieter zu Recht beschwert und dann für Ruhe sorgen. Die Beweislast liegt jedoch beim Mieter. Das Führen eines Lärmprotokolls, in dem man die Zeit, Datum und Art der Lärmbelästigung festhält, ist daher zu empfehlen. Das Lärmprotokoll ist Voraussetzung, um die Mietminderung ggf. durchzusetzen. Tipp: Hier finden Sie einen kostenlosen Mietminderung Musterbrief.

Wieviel Prozent Mietminderung ist erlaubt?

Wenn Sie die Miete wegen der Lärmbelästigung mindern wollen, müssen Sie als Erstes dem Vermieter dem Mangel anzeigen und ihm eine angemessene Frist zu dessen Behebung setzen. Kommt er dem nicht nach, können Sie die Miete mindern. Je nach Schwere der Belästigung halten Gerichte dabei ca. 10-20% für angemessen, wenn man z. B. nicht mehr schlafen kann oder 5%, wenn man wegen fehlendem Trittschall durch permanente Schrittgeräusche gestört wird.


Auch Lärmquellen außerhalb der Wohnung, wie z. B. Baustellen, Gaststätten oder benachbarte Diskotheken sind mögliche Gründe für eine Mietminderung. Wie bei vielen Problemen im Mieterecht, ist auch die Mietminderung wegen Lärmbestätigung stark vom Einzelfall abhängig.

7 Antworten auf "Mietminderung wegen Lärmbelästigung"

  • Mieterin123
    5. November 2014 - 20:44 Antworten

    Wer hat die Mietminderungsgrenzen etabliert? Wohlstandsbürger/innen mit Eigenheimen?

    Über längere Zeit nicht genügend schlafen zukönnen, ist Folter. 20% Mietminderung ist eine Bagatellisierung dieser Sache. Denn da wäre es weitaus angenehmer und gesünder, sich wöchentlich ein paar kräftige Backpfeifen vom Nachbarn oder auch vom Vermieter, wenn er z.B. bei mangelnder Schalldämmung zur Nutzung ohne Auslegeware vermietet, abzuholen.

    • Dennis Hundt
      6. November 2014 - 09:13 Antworten

      Hallo Mieterin123,

      danke für Ihren Beitrag. Die Größenordnungen entstehen und entstanden durch Rechtsprechung.

      Viele Grüße

      Dennis Hundt

  • Udo
    10. Dezember 2014 - 14:47 Antworten

    Wie sieht es aus, wenn die Wohnung in einem Industriegebiet liegt und der Lärm durch eine Baustelle in der Nachbarschaft verursacht wird? Die Baustelle gibt es jetzt seit einer Woche und jeden Tag wackeln die Wände und es klirrt überall – Schuld sind hydraulisch angetriebene Rüttelplatte (Bagger-Anbaugerät). Der Lärm reicht soweit, dass ich Kopfschmerzen und Kopfdröhnen habe.

  • Kupke
    9. Januar 2018 - 08:41 Antworten

    Habe eine Frage,habe eine neue Nachbarin,welche Ihr Wohnzimmer an unserer Schlafstube hat….jeden Tag ist 7.00Uhr die Nachtruhe vorbei…Kann ich was machen dagegen?

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