Urlaub ist kostenintensiv, denn nicht nur die Anfahrtskosten zum Urlaubsort, sondern auch die Kosten für die Unterbringung, beispielsweise in einer Ferienwohnung sprengen oftmals das zur Verfügung stehende Budget. Eine kostengünstige und gleichzeitig praktische Alternative ist hier in einem Haustausch zu finden.
Die bereits in den 70er Jahren beliebte Urlaubsform erlebt seit einigen Jahren ein Comeback, wobei in den letzten Jahren auch der Haustausch außerhalb Deutschlands immer mehr an Attraktivität, nicht nur für Familien mit Kindern, gewinnt.
Auch wenn der Haustausch sich als gute, praktische und kostengünstige Alternative immer mehr durchsetzt, sollte sich im Vorfeld ausreichend informiert werden.
Wir möchten hier einige Fragen rund um das Thema Haustausch aufgreifen, damit der Urlaub per Haustausch zu einem erholsamen und unvergesslichen Erlebnis wird.

Haustausch: So geht’s

Bei einem Haustausch, bei dem es sich auch um einen Wohnungstausch handeln kann, tauschen die Eigentümer oder die Mieter ihr Haus oder ihre Wohnung für eine vorab festgelegt Zeit. Auf mehreren Haustausch-Portalen im Internet können tauschwillige Mieter oder Eigentümer aus Deutschland oder auch weltweit ihr Haus oder ihre Wohnung zum Tausch anbieten.
Wer nun einen Tauschurlaub in Betracht zieht, kann sich auf diesen Portalen nach einem Tauschpartner im entsprechendem Land oder der gewünschten Region umsehen.
Findet sich innerhalb dieser Suchanfrage ein passender Tauschpartner, so werden über das Portal die ersten Kontakte geknüpft.

Welche Kosten entstehen bei der Haustausch-Suche?

Hierfür ist es in der Regel notwendig, sich vorab auf dem Haustauch-Portal zu registrieren. Je nach Portal können hierbei Kosten in Höhe von rund 7 € per Monat anfallen, wobei oftmals auch ein kostenloser Probemonat angeboten wird. Neben den kostenpflichtigen Haustausch-Portalen stehen auch eine Reihe von Foren oder privater Tauschbörsen zur Auswahl.
Der große Unterschied zwischen den kostenpflichtigen und kostenlosen Tauschbörsen besteht in erster Linie darin, dass die Kontaktdaten bei kostenpflichtigen Portalen anonymisiert sind, während sie in den kostenlosen Portalen oder Foren für jeden zugänglich sind. Zusätzlich bieten einige der kostenpflichtigen Haustauch-Portale den Mitgliedern unterschiedliche Garantien und Zusatzleistungen an, welche bei den privaten Börsen nicht angeboten werden.
Hier lohnt sich ein Vergleich der jeweiligen Angebote, um das für die eigenen Bedürfnisse und Ansprüche passende Portal zu finden.

Welche Kosten entstehen während des Haustauschs?


Wurde der passende Tauschpartner gefunden, so werden in der Regel neben der Tauschzeit auch die anfallenden Kosten besprochen.
Hierbei kommt der entscheidende Vorteil des Haustauschs zum Vorschein, denn im Vergleich zu einer Ferienwohnung fallen bei einem Haustausch in der Regel keine Mietkosten an.
Unter Umständen ist es jedoch möglich, dass verbrauchsabhängige Kosten, wie beispielsweise Telefonkosten oder Benzinkosten für das eventuell genutzte Auto.
Damit es hier später nicht zu Unstimmigkeiten kommt, sollten sämtliche Absprachen, welche den Haustausch betreffen schriftlich in einem kleinen Vertrag festgehalten werden.
Wichtig ist es jedoch, dass es sich bei diesem Tauschvertrag nicht um einen Untermietvertrag handelt, da es sich beim Haustausch rechtlich gesehen nicht um eine Untervermietung handelt.

Versicherungen beim Haustausch?

Wenn es während des Haustauschs zu einem Schaden am Inventar kommt, erfolgt die Regulierung in der Regel über die Haftpflichtversicherung oder die Hausratversicherung. Sind diese Versicherungen nicht vorhanden, sollten sie rechtzeitig vor dem Haustausch abgeschlossen werden und auch Versicherung bei dem Tauschpartner vorausgesetzt werden.
Zusätzlich ist es ratsam die Versicherung über den Haustausch zu informieren, damit es im Schadensfall nicht zu unnötigen Verzögerungen bei der Regulierung kommt.
Wird zusammen mit dem Haustausch auch die Nutzung eines vorhandenen PKW´s mit vereinbart, so sollte hier ebenfalls die Versicherung informiert werden und unter Umständen eine Vollkaskoversicherung abgeschlossen werden. Zusätzlich ist zu beachten, dass ein gültiger Führerschein und, bei ausländischen Tauschpartnern, ein internationaler Führerschein vorliegt.
Weitere spezielle Versicherungen sind bei einem Haustausch nicht notwendig.

Muss der Vermieter einem Haustausch zustimmen?

Der Vermieter muss einem Haustausch nicht zustimmen, denn der Mieter hat das Recht in seiner Wohnung Besucher zu empfangen oder Gäste zu beherbergen.
Ein Haustausch kann nicht als Untervermietung angesehen werden, welche der Zustimmung des Vermieters bedarf.
Damit es jedoch nicht zu Missverständnissen kommt, sollte der Mieter seinen Vermieter über den Haustausch und die Dauer des Tausches informieren. Unter Umständen ist es sogar empfehlenswert, dem Vermieter eine Kontaktadresse zu hinterlassen.

Wichtig: Der Mieter trägt auch während des Haustauschs die Verantwortung für die Wohnung und ist für die Einhaltung der vertraglichen Verpflichtungen verantwortlich.

Vorteile und Nachteile beim Haustausch

Der große Vorteil beim Haustausch ist natürlich die Kostenersparnis, die durch die wegfallende Miete für beispielsweise eine Ferienwohnung entsteht.
Weitere Vorteile sind auch, dass das eigene Haus während des Urlaubs nicht unbeaufsichtigt ist und vorhandene Tiere während der Abwesenheit versorgt werden.
Da das Tauschhaus, anders als ein Ferienhaus oder eine Ferienwohnung, aus einem kompletten Hausstand besteht, bei dem auch Spielsachen, Handtücher, Küchengeräte und Ähnliches vorhanden sind, ermöglicht der Haustausch eine Urlaubsreise ohne viel zusätzliches Gepäck. Dieses kommt ebenfalls Familien mit Kindern oder Personen, die gerne mit wenig Gepäck verreisen zugute.
Trotz der vielen Vorteile des Haustauschs bietet ein Haustausch auch Nachteile. Unter Umständen kann es lange dauern, bis ein Tauschpartner an dem gewünschten Urlaubsziel gefunden ist. Auch kann der Zeitfaktor ein großer Nachteil sein, wenn der Urlaub nur zu bestimmten Zeiträumen möglich ist.
Wer zeitlich wenig flexibel ist und seinen Urlaub nur ein einer bestimmten Region verbringen möchte, kann sich hier unter Umständen auf lange Suchzeiten einrichtigen.
Das Gleiche gilt, wenn der eigene Wohnort als Urlaubsort für andere nicht sonderlich attraktiv ist.
Wichtig ist auch zu bedenken, dass fremde Menschen sich für einen längeren Zeitraum unbeaufsichtigt in den eigenen vier Wänden aufhalten und somit auch Zugang zu privaten und intimen Bereichen haben.

Fazit zum Haustausch

Ein Haustausch ist eine gute und kostengünstige Alternative zu einem herkömmlichen Urlaub in einem Ferienhaus oder einer Ferienwohnung. Wer spontan und flexibel ist und zusätzlich offen und vertrauensvoll auf Menschen zugehen kann, findet hier eine attraktive Möglichkeit seinen Urlaub zu verbringen.
Jedoch gehören auch viel Vertrauen und Menschenkenntnis zu einem Haustausch dazu. Um hier das Risiko möglichst gering zu halten, sollte sich im Vorfeld ausreichend informiert und verglichen werden. Nicht selten bieten hier kostenpflichtige Haustausch-Portale die größtmögliche Sicherheit für beide Tauschpartner.

2 Gedanken zu „Haustausch: Alles zum Haustausch“

  1. Mein Vermieter hat mir wegen einer Teilnahme am Haustausch gekündigt. Kann mir jemand einen Anwalt empfehlen, der oder die sich damit auskennt?

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