Wohnflächenberechnung Terrasse

Ein kühles Bier nach Feierabend, das Grillen mit der Familie am Wochenende, der gemütliche Sonntagsnachmittagskaffee oder das Sonnenbad an einem freien Vormittag – für viele Mieter ist die Terrasse in den schönen Monaten des Jahres Hauptaufenthaltsort Nummer eins!

Der Außenbereich ist fest in die ständige Nutzung miteinbezogen und gehört für viele ganz klar zum Wohnbereich. Zwar liegen die Gestaltungsmöglichkeiten für den Freisitz in den Händen des Mieters, doch ist für die Instandhaltung der Vermieter verantwortlich. Verständlich also, dass auch für den Terrassenbereich Mietkosten anfallen und die Terrasse irgendwie in die Wohnflächenberechnung mit einfließt. Wie genau, erklären wir im Folgenden.

Zählt die Terrasse zur Wohnfläche?

Je nachdem, wann der Mietvertrag für eine Wohnung geschlossen wurde, gibt es zwei Möglichkeiten, wie die Größe der Terrasse zur Grundfläche der Wohnung gerechnet werden darf:

  • Der Mietvertrag wurde vor dem 01. Januar 2004 geschlossen: Zur Wohnflächenberechnung gilt bis dahin die Zweite Berechnungsverordnung über wohnungswirtschaftliche Berechnungen (kurz: II. BV). Diese sieht vor, dass Balkone und Dachterrassen bis zu 50% in die Berechnung einfließen dürfen, erwähnt allerdings Terrassen im Speziellen nicht. Das hat dazu geführt, dass Gerichte meist nach dem Ortsüblichkeitskriterium über die Höhe der Berechnung entschieden haben, d.h., wenn es in einem Viertel üblich ist, dass Terrassen nur zu 25 % in die Grundfläche einfließen, hat sich der Vermieter daran zu orientieren und kann nicht 50 % berechnen.
  • Der Mietvertrag wurde ab dem 01. Januar 2004 geschlossen: Nun tritt die Wohnflächenverordnung (kurz: WoFlV) in Kraft. Terrassen werden nun normalerweise zu 25 % in die Grundfläche der Wohnung mit einberechnet. Verfügen sie jedoch über eine besondere Qualität, z.B. Südseite und sehr geräumig, darf der Vermieter wieder bis zu 50 % der Fläche der Terrasse in die Wohnflächenberechnung mit einbeziehen.

Wie viel Miete kostet eine Terrasse?

Verfügt eine Wohnung über eine schöne Südterrasse, die mit Blick auf einen Park liegt, von außen nicht eingesehen werden kann und daher eine große Aufwertung für eine Wohnung darstellt, darf der Vermieter bis zu 50 % der Terrassenfläche in die Wohnflächenberechnung einfließen lassen. Ist die Terrasse 25 qm groß, würde sich die Grundfläche der Wohnung also um 12,5 qm vergrößern.

Damit es später nicht zu Unstimmigkeiten kommt, ist es immer ratsam, den Faktor für die Einbeziehung der Terrasse in die Wohnflächenberechnung im Mietvertrag zu vermerken. 12,5 qm x Mietpreis pro Quadratmeter = Kosten der Terrasse.



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