Reparaturen in Mietwohnungen

Speziell in älteren Mietwohnungen kann es hin und wieder einmal passieren, dass die ein oder andere Sache repariert werden muss. Leider kommt es in solchen Fällen häufig zwischen dem Mieter und dem Vermieter zu Streitereien, wer denn für die Reparaturen in Mietwohnungen aufkommen muss.

Dabei ist es vom Gesetz her ganz klar geregelt, dass der Vermieter für sämtliche Instandhaltung und Instandsetzung aufkommen muss.

Abwälzung der Reparaturen in Mietwohnungen auf den Mieter ist zum Teil möglich

Allerdings findet sich in einem gewöhnlichen Mietvertrag eine sogenannte Kleinreparaturklausel, die besagt, dass der Mieter durchaus für (Klein-) Reparaturen zur Kasse gebeten werden kann.

Als Mieter braucht man sich über einen solchen Fall dennoch nicht allzu große Sorgen machen, da es genaue Regelungen gibt, was die Reparaturen in Mietwohnungen betrifft.

Mieter muss nur Reparaturen in der Wohnung bis zu folgenden Beträgen übernehmen

Einzelrechnung:

In dem besagten Mietvertrag muss der Vermieter – sofern diese Klausel eingebaut ist – einen Wert angeben, bis zu welchem der Mieter für die Reparatur zahlen muss. Der Spielraum für den Vermieter ist aber auch in diesem Bereich stark begrenzt, die maximal zulässige Obergrenze betrifft nämlich 75 bis 100 Euro pro Rechnung (die Rechtssprechung verändert sich hier stetig).

Jahressumme:

Doch auch die Anzahl der Kleinrechnungen, die von dem Mieter beglichen werden müssen,  wurde in der Rechtsprechung beschränkt. Dem Mieter dürfen für Kleinreparaturen pro Jahr maximal 250 Euro oder 8% seiner Jahresmiete verrechnet werden (sollten die 8% geringer weniger sein als 250 Euro). Im Mietvertrag ist zudem nur die Klausel zulässig, dass der Mieter die Bezahlung für Kleinreparaturen übernehmen muss, eine selbständige Reparatur oder die Auftragserteilung an die jeweiligen Handwerker kann vom Mieter hingegen nicht verlangt werden.

Welche Raparaturen müssen ausgeführt werden?

Wichtig für den Vermieter ist auch, dass im Mietvertrag genau festgehalten wird, bei welcher Art von Schaden der Mieter gezwungen ist zu zahlen. So darf der Mieter nur mit Reparaturen von „Gegenständen“ belastet werden, die dem direkten und häufigen Zugriff des Mieters unterliegen (z.B. Schlösser, Fensterläden, Fenstergriffe, Wasserhähne). Eine unangmesse Benachteiligung des Mieters würde vorliegen, wenn er auch für Reparaturen von Wasser- und Gasleitungen aufkommen sollte. Für derartige Instandsetzungen ist der Vermieter verantwortlich.

Alles oder Nichts Prinzip

Sollten die Rechnungen für einen der Bereiche aber mehr als die von der Rechtsprechnug gedeckten 75- 100 Euro betragen, muss der Mieter keinen Beitrag zur Reparatur leisten. Es gilt hier also das „Alles oder Nichts Prinzip“ – übersteigt eine Rechnung die 75 – 100 Euro Grenze, muss der Vermieter die gesamte Rechnung begleichen. Der Mieter muss in einem solchen Fall auch nicht die Differenz bis zu den 75 (oder 100) Euro bezahlen.

Missachtet der Mieter seine Sorgfaltspflicht, ist er ohnehin für den Schaden selbst verantwortlich

Alle Reparaturen betreffen natürlich nicht Schäden, die der Mieter selbst (schuldhaft) verursacht hat. Beschädigt der Mieter die Küche oder einen Einbauschrank muss er für die Reparatur selbst aufkommen. Ausgenommen bleibt hier allerdings der „normale“ Verschließ, der durch die überliche Nutzung entsteht.



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