Mietminderung bei Schimmel

Ein Mangel in Form von Schimmel in der Mietwohnung ist immer eine ärgerliche Sache. Auch wenn Sie den Mieter zur Mietminderung bei Schimmel berechtigt ist, sollte doch eine schnelle Behebung das vorrangige Ziel sein.

Vor allem, wenn es sich bei dem Mangel um Schimmel in der Wohnung handelt, denn der sieht nicht nur hässlich aus sondern kann auch eine ernsthafte Belastung für die Gesundheit der Bewohner darstellen.

Grundsätzlich müssen Mieter dem Vermieter eine Frist zur Beseitigung von Mängeln geben. Erst wenn eine ausreichende Frist verstrichen ist, kann der Mieter die Miete mindern (hier finden Sie einen Musterbrief zur Mietminderung). Das gilt nicht nur für Probleme mit Schimmel, sondern auch für alle anderen Mängel in der Wohnung.

Mietminderung bei Schimmel – in welcher Höhe die Miete mindern?

Je nach Ausmaß der Schimmelbelastung ist eine Minderung in angemessener Höhe angebracht. Einen Pauschalbetrag kann man an dieser Stelle nicht nennen, im Streitfall sind es immer Einzelentscheidungen, die gerichtlich entschieden werden. Denn es gibt grundsätzlich viele verschiedene Gründe zur Mietminderung und auch verschieden starke Belastungen durch Schimmel. Mit folgenden Beispielen können Sie sich aber einen ersten Überblick über die mögliche Höhe des Minderungsbetrages bei Schimmel machen.

  • Falls lediglich der Keller feucht und deshalb nicht als Lagerraum zu gebrauchen ist, finden Gerichte eine Mietminderung von bis zu 5 Prozent als angemessen. Kostet die Wohnung 600 Euro Warmmiete, mindert sich diese Summe um 30 Euro.
  • Gerichte gestatteten eine Minderung bei Schimmel um 20 Prozent, wenn beispielsweise eine Küchenwand wegen einem undichten Fenster zum Teil schwarz wurde oder wenn in einer Wohnung wegen Neubaufeuchte Schimmelflecken entstanden. Bei einer Monatsmiete von 600 Euro wäre dies ein monatlicher Minderungsbetrag von 120 Euro.
  • Bei starkem Schimmelfall der kompletten Wohnung und erheblichen Durchfeuchtungen mit teilweise  beträchtlichem Gestank setzten mehrere Gerichte eine Minderungshöhe von 80 Prozent an. Bei den 600 Euro monatlicher Miete macht das eine Summe von 480 Euro, die weniger gezahlt werden muss.

Schimmel als Mangel in der Wohnung

Schimmel entsteht durch Feuchtigkeit. Dies kann an undichten Fenstern, Decken oder anderweitigen baulich bedingten Mängeln liegen. Ebenso kann durch ein Hochwasser oder einen Wasserrohrbruch ein Wasserschaden entstehen, der bei nicht sachgemäßer Behebung zur Schimmelbildung führt.

Zeigen Sie den Mangel deshalb umgehend Ihren Vermieter schriftlich an und teilen Sie dabei gleichzeitig die beabsichtigte Höhe der Minderung mit. Vergessen Sie nicht, dem Vermieter eine angemessene Frist zur Beseitigung des Mangels einzuräumen. Erst wenn eine solche Frist verstrichen ist, dürfen Sie die Miete mindern.



Artikel bewerten: 1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars 18 Bewertungen mit 4,50 von 5 Sternen.
Loading ... Loading ...
Was gelernt? Empfehlen Sie uns weiter:

Hier Anwalt zu Ihrem Problem befragen