Indexmiete

Die Indexmiete ist eine bisher eher selten gebrauchte variable Miete, bei der sich die Mietkosten an die Veränderung der Lebenshaltungskosten anpassen. Gesetzlich geregelt sind die Bestimmungen zum Indexmietvertrag im BGB unter § 557b.

Berechnung der Indexmiete

Die Indexmiete ist nicht dauerhaft auf einen festen Betrag festgelegt, sondern wird jährlich an Hand des vom Statistischen Bundesamt ermittelten Preisindexes für die Lebenshaltungskosten privater Haushalte neu berechnet.

Steigen die Lebenshaltungskosten an, kann der Vermieter die Miete ebenfalls erhöhen. Bei einer negativen Entwicklung der Kosten wäre auch eine Senkung der Miete möglich, was jedoch derzeit eher unrealistisch ist. (da die Lebenshaltungskosten in den letzten Jahren kontinuierlich steigen)

Erhöhung der Indexmiete

Die Mieterhöhungen erfolgen allerdings nicht automatisch wie bei einem Staffelmietvertrag, sondern müssen dem Mieter vom Vermieter in schriftlicher Form angezeigt werden. Dabei hat der Vermieter den alten und den neuen Preisindex in % anzuführen. Den auf dieser Grundlage berechneten Erhöhungsbetrag muss er dann in einer festen Summe angeben. Beachtet werden muss, dass zwischen den Mieterhöhungen mindestens ein Jahr liegen muss, in der Zwischenzeit darf die Höhe der Miete nicht verändert werden.

Seit der Mietrechtsreform vom 01.09.2001 ist eine Mindestlaufzeit für Indexmietverträge nicht mehr verpflichtend. Es ist seitdem möglich, sowohl befristete als auch unbefristete Mietverträge mit einer Indexmiete zu schließen. Die Kündigungsmöglichkeiten werden dabei von der Indexmiete nicht beeinflusst und orientieren sich an den gesetzlichen Regelungen zur Kündigung von befristeten oder unbefristeten Mietverträgen.

Vor- und Nachteile des Indexmietvertrages

Für den Mieter liegt der Vorteil des Indexmietvertrages darin, dass Mieterhöhungen in einem überschaubaren Rahmen auf ihn zukommen. Vor allem, wenn er vor Schließung des Vertrages mit dem Vermieter vereinbart, dass eine Mieterhöhung erst ab Erreichung einer bestimmten Lebenshaltungskostensteigerung in Kraft tritt. Nachteilig sind für den Mieter allerdings die derzeit stark steigenden Lebenshaltungskosten.

Der Vorteil für den Vermieter liegt darin, dass er Mieterhöhungen nicht weiter begründen muss, da er ja den Preisindex als Grundlage hat. Der Vermieter kann keine großen wirtschaftlichen Fehler machen, wenn er die Indexmiete regelmäßig anpasst – er bekommt eine Miete die sich mit der allgemeinen Preissteigerung entwickelt. Nachteil dabei ist allerdings, dass Mieterhöhungen aufgrund der individuellen Mietentwicklung in einer Region (ortsübliche Vergleichsmiete) nicht möglich sind.



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