Hauskauf steuerlich absetzbar?

Immobilien gelten als zukunftssichere Anlageform, das eigene Haus ist ein Traum vieler Menschen. Doch ist dieser auch mit erheblichen finanziellen Belastungen verbunden und muss daher wohl überlegt sein. Verständlich, dass die Frage nach steuerlichen Vergünstigungen beim Hauskauf von großem Interesse ist.

Kann ich die Kosten für den Erwerb meines Hauses von der Steuer absetzen?

Jein – es kommt ganz darauf an: Möchten Sie das Haus selbst bewohnen? Dann lautet die Antwort leider nein, denn dies fällt unter den Sachverhalt des selbst genutzten Wohneigentums und ist nicht steuerlich absetzbar. In diesem Falle informieren sie sich am besten über Alternativen der staatlichen Förderung, wie z. B. Wohnriester oder KfW-Programme, um die Baufinanzierung optimal zu gestalten.

Anders sieht es hingegen aus, wenn sie ein Haus kaufen, um es zu vermieten. Denn dann können alle Kosten, die mit dem Kauf einhergehen, steuerlich abgesetzt werden. Das erfolgt über Abschreibung über mehrere Jahre hinweg, da der Staat davon ausgeht, dass ein Gebäude nach und nach an Wert verliert.

Die laufenden Kosten ihrer Immobilie können sie darüber hinaus als Werbungskosten geltend machen, worunter auch die Schuldzinsen für einen eventuellen Kredit fallen würden.

Die Abschreibung von Immobilien (AfA – Absetzung für Abnutzung)


Eigentümer von gebrauchtem Wohnraum können dieses Gebäude linear abschreiben, das heißt, mit 2% über 50 Jahre hinweg. Bei einer Anschaffungssumme von 250.000 Euro könnten sie also 5.000 Euro steuerlich geltend machen. Eine Ausnahme bilden dabei Bauten, die vor 1925 erstellt wurden, bei Ihnen gilt ein Satz von 2,5 % 40 Jahre lang.

Bei Neubauten gilt mittlerweile ebenso die lineare AfA (50 Jahre lang 2%), denn durch eine Gesetzesänderung zum 1. Januar 2006 wurde die degressive AfA für Neufälle abgeschafft. Für alle Fälle bis 2005 können allerdings noch die degressiven AfA-Sätze angewandt werden, das heißt.:

  • 4% in den ersten zehn Jahren (bei einem Kaufpreis von 250.000 Euro also 10.000 Euro)
  • 2,5 % in den folgenden acht Jahren (bei unserem Beispiel also 6.250 Euro)
  • 1,25 % weitere 32 Jahre lang (entspricht dann noch 3125 Euro)

Zu beachten bleibt dabei, dass der Grundstückspreis von den Berechnungen ausgenommen ist, da dieses, laut Staat, nicht an Wert verliert. Bei selbst genutztem Wohneigentum mit Vermietung (z. B. Einliegerwohnung) wird die AfA anteilig berechnet.



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